DFG-Netzwerk "Plurale Ökologien im Widerstreit: Ethnologische Perspektiven auf Südostasien"

Mensch-Umwelt-Beziehungen gehören in Südostasien zu den dringlichsten Forschungsgebieten. Das Netzwerk von EthnologInnen untersucht in sechs über drei Jahre verteilten Arbeitstreffen (2016-2018) die Frage, wie sich die heterogenen Theorien und Daten zu Mensch-Umwelt-Beziehungen zu einer neuen Synthese führen lassen, mit Blick einerseits auf praktische Nutzbarkeit, andererseits auf ein größeres Folgeprojekt. Die Transformation dieser Beziehungen werden dabei durch die Analyse von sechs Spannungsfeldern beleuchtet:

1.     Die Spannung zwischen lokalem, wissenschaftlichem und staatlich kanalisiertem Wissen über Umwelt, unter Einbezug von strategischem Nicht-Wissen;

2.     Divergenzen des Rechtspluralismus, der differenzierten Zugang zu Ressourcen ermöglicht;

3.     Die Transformation von Raum und seiner Nutzung im städtischen und ländlichen Bereich;

4.     Widersprüchliche Konzepte von Nachhaltigkeit und Umwelteffekten auf lokaler und globaler Ebene;

5.     Spannungen zwischen den Umweltkonzepten lokaler Kosmologien und globaler Religionen;

6.     Die Zusammenhänge von Veränderungen in Umweltbeziehungen und Genderbeziehungen.

All diese Spannungsfelder tragen zur Produktion pluraler Ökologien bei, bei denen unterschiedliche Menschen und Nicht-Menschen differenziert und oft widersprüchlich integriert werden.

Mitglieder des Netzwerks:

Prof. Dr. Judith Beyer, Universität Konstanz

Prof. Dr. Birgit Bräuchler, Monash University, Melbourne

Timo Duile M.A., Universität Bonn

Apl. Prof. Dr. Volker Gottowik, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Dr. Kristina Großmann, Universität Passau

Dr. Michaela Haug, Universität zu Köln

Prof. Dr. Annette Hornbacher, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

PD Dr. Gertrud Hüwelmeier, Humboldt-Universität, Berlin

Prof. Dr. Thomas A. Reuter, University of Melbourne

Dr. Susanne Rodemeier, unabhängige Forscherin

Dr. Katharina Schneider, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Prof. Dr. Guido Sprenger, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg