Erste Promotion im Fach Ethnologie

Das Team des Lehrstuhls für Ethnologie und Kulturanthropologie freut sich über die erste Promotion im Fach Ethnologie an der Universität Konstanz.Alexis Malefakis war von 2010 bis 2014 als Wissenschaftlicher Mitarbeiteram Lehrstuhl tätig und promovierte im Frühjahr 2015 mit summa cum laudezum Thema "Nyama Ngumu – Tough Meat. Temporality in Sociality among Street Vendors in Dar es Salaam,Tanzania". Seit 2014 ist Dr. Malefakis als Kurator der Afrika-Sammlungen am Völkerkundemuseum Zürich tätig....

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Airport (in)security measures or how to get sick at the airport

Johannesburg, South Africa, September 2014.

When departing from or arriving at an airport, you are confronted by a whole range of security measures. Admittedly, they can be inconvenient and time-consuming, but what if a terrorist makes it into your plane? Or what if an Ebola-infected traveler makes it out of the airport building and spreads the disease?

On a Saturday morning, I arrived at O.R. Tambo International Airport in Johannesburg, South Africa, only half an hour before my flight's...

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To pet the cat or not to pet the cat? That is the question!

Pretoria, Südafrika 02/02/2014

Das Frauenhaus, in welchem ich mich momentan zur Feldforschung nahezu jeden Tag aufhalte, hat einen besonderen Bewohner: einen schwarzen Kater. Strippy ist dem Frauenhaus vor einiger Zeit zugelaufen und lebt seitdem auf dem Hof, wo er regelmäßig von den Mitarbeitern mit Fressen und Trinken versorgt wird. Nachdem ich Strippy einige Zeit nicht mehr gesehen hatte, fragte ich eine der Sozialarbeiterinnen, ob Strippy denn überhaupt noch hier sei. Ihre Antwort: Ja, er...

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…for they know not what they do? An international workshop on “ordinary ethics” and personhood

Many anthropologists report about spirit possessions they witnessed in their respective field sites, often in the so called "global South". According to local understandings, if a person is possessed by a spirit, the actions he or she is seen to perform are not 'authored' by that person at all: It is the spirit who is acting, sometimes in asocial or even anti-social ways.. Such accounts are at odds with our western understanding of the person: are we not accountable for our actions, no matter...

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Feldforschung am Frühstückstisch

Pretoria, Südafrika, Oktober 2013

Am Morgen nach meiner Ankunft in Pretoria, Südafrika, saß ich am Frühstückstisch und freute mich auf meinen Cappuccino. Als ich die Verpackung umdrehte, stolperte ich über ein Bild, das zwei Frauen im Bademantel zeigte, die es sich mit Gesichtsmasken gemütlich gemacht haben und lachend ein heißes Getränk zu sich nehmen, während eine Krake mit Fliege ihre Nägel mani- bzw. pedikürt. Darüber stand geschrieben:

„Take care of business. Multi-tasking? It's a woman's...

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Gefälscht, gefälschter, am gefälschtesten

Conakry, Guinea, April 2013

"Eh, mon grand, t'as vu ça? C'est original! Pas de chinois, l'original" - "Je fixe ça? 600'000, avec la commande. Ça accepte CD, mémoire, DVD, il y a tout!" - "Eh Sam, dis na Chinese, i fiba orginal, but na fek fek radio! Nor trust Guinea man dem, dem lek fo cheat Salone man dem! Yu fo buy Belgium". [1]

Mamadu will nur noch ein Autoradio kaufen. Dieses fehlte in seinem Nissan Primera, Baujahr 1997, vor einer Woche im Hafen von Conakry gekauft. Der Motor ist auf...

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Forschen im emotionalen Krisengebiet

Melanie Brand promoviert im Doktorandenkolleg „Europa in der globalisierten Welt“. Patrizia Barbera hat die Ethnologin getroffen.

Wer berät südafrikanische Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden – und wie? Greifen hierbei europäische Institutionen korrektiv in die soziale Wirklichkeit Südafrikas ein? Und: Wie schafft man es, als junge Ethnografin in Beratungseinrichtungen zu forschen, in welchen Gewalterfahrungen von Frauen zum Tagesgeschäft zählen? Melanie Brand, Promotionsstudentin im...

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Dokhtar Savari – Die iranische Liebesjagd

Mit der Erfahrung meines 6-monatigen Aufenthaltes in der Türkei wirkt das Leben im Nachbarland Iran auf den ersten Blick für mich sehr vertraut: Moscheen, Verkehr, Teehäuser, Bazaare. Doch nach wenigen Tagen merke ich bereits, dass das Leben in der islamischen Republik Iran ganz anderen Regeln zu folgen scheint.

In Irans drittgrößter Stadt Tabriz begegne ich Vahid, einem 21-jährigen, leicht schüchternen Exiliraner, der derzeit versucht, im Ausland eine Zukunft zu finden. Fast jeden zweiten...

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Das ist doch privat!

Johannesburg 2012

„Darüber kann ich doch nicht reden, das ist doch privat", sagt die Frau am anderen Ende der Telefonleitung. Sie arbeitet als Hausangestellte in Johannesburg und ich habe sie angerufen, um mit ihr einen Termin für ein Treffen zu vereinbaren. Mich interessiert, wie sich der Arbeitsalltag von ‚domestic workers' gestaltet, wie sie sich ihre Zeit einteilen, ob und wie sie generell zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen ihrem Zuhause und dem der Familien, bei denen sie arbeiten,...

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Grenzgänge

Nakonde, Sambia, April 2013

Mein sambischer Mitbewohner hat beschlossen, sich ein Auto zu kaufen. Auf den ersten Blick für mich aus ethnologischer Perspektive belanglos. Autokauf funktioniert in Sambia jedoch etwas anders als man das in Europa kennt. Zwar gibt es in Lusaka auch Autohäuser, die mit Neu- und Gebrauchtwagen handeln, doch die gängigste und beliebteste Methode ist, Autos zu importieren. Diese sucht man sich auf einschlägigen Internetseiten aus und nach einer Anzahlung werden sie...

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