Globalisierung, Theorie der Weltgesellschaft

Lange erschien es unproblematisch und trivial, Soziologie als Wissenschaft der nationalstaatlichen Gesellschaft zu konzipieren. Die sozialwissenschaftliche Globalisierungsdebatte hat diesen methodologischen Nationalismus in Frage gestellt, ohne bisher eine vergleichbar akzeptierte Alternative zu entwickeln. Die Suche nach neuen Ansätzen muss theoretische und empirische Hindernisse überwinden: Was ersetzt den Begriff der nationalstaatlich begrenzten Gesellschaft? Wie lassen sich die Grundbegriffe der Soziologie und der Politikwissenschaft für Transnationalisierungs­prozesse öffnen? Auf welche Daten kann sich die Forschung stützen, wenn statistische und soziologische Empirien sich noch weitgehend im Rahmen des Nationalstaats bewegen? Neben der Prüfung und Weiterentwicklung diverser Theorieansätze (z.B. Neo-Institutionalismus, Systemtheorie, Weltrisikogesellschaft, Netzwerktheorie) geht es also vor allem darum, die Empirie einer heterogenen Weltgesellschaft ernstzunehmen und auszuwerten.

Veröffentlichungen:

  • Holzer, B. (2021): Communication, differentiation and the evolution of world society. In: M. Albert und T. Werron (Hg.): What in the World? Understanding Global Social Change. Bristol: Bristol University Press (Bristol studies in international theory), S. 63–79.
  • Holzer, B./Koos, S./Stürner, M./Wilhelmi, R. (2020): Transnationale Lieferketten und die Verantwortung multinationaler Unternehmen. In: M. Nagel et al. (Hg.), Politische Komplexität, Governance von Innovationen und Policy-Netzwerke. Festschrift Für Volker Schneider. Wiesbaden: Springer VS.
  • Holzer, B./Kastner, F./Werron, T. (Hg.) (2015): From Globalization to World Society. London/New York: Routledge.